CV

"In rhetoric and expressive interpretations, Sebastian Bohren proves a versatile and imaginative Bach performer."
(Pizzicato)

With his expressive, soulful playing, Swiss violinist Sebastian Bohren has quickly established himself as one of the most interesting talents of his generation. Ninety concerts each year as a soloist and chamber musician lead the young musician around the globe. He appears as a soloist with the Sinfonieorchester Basel, Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, Luzerner Sinfonieorchester, Staatskapelle St. Petersburg, Orchestra di Padova, Zürcher and Basler Kammerorchester, and Argovia Philharmonic (among other ensembles) under the direction of Andrew Litton, James Gaffigan, Heinz Holliger, Patrick Lange, Elim Chan, Muhai Tang, and the late Heinrich Schiff. In September 2018 he gave his recital debut at the Lucerne Festival.

Sebastian Bohren’s recording of Beethoven’s Violin Concerto, released in 2016 with RCA Red Seal, won enthusiastic acclaim from the press. In 2017 another recording followed featuring violin concertos of Mendelssohn, Hartmann, and Schubert as well as a digitally-released live album with works by Peteris Vasks and Gija Kancheli. With the ensemble CHAARTS and Gabor Takacs-Nagy, he will record the Mozart violin concertos in autumn 2018.

Bohren is a member of the Stradivari Quartet. In 2018 the ensemble will perform at venues including the Seoul Arts Center, National Center for Performing Arts Beijing, and Shanghai Symphony Hall, and will also tour Japan. Highlights of recent seasons have included performances at Hamburg’s Elbphilharmonie, Victoria Hall in Singapore, the Rheingau Musik Festival, Kissinger Sommer, and Rubinstein Piano Festival. Their debut CD featuring Mozart’s Prussian Quartets was followed by a recording of Robert Schumann’s three string quartets in spring 2018.

The Zürich-based violinist still maintains close ties with his home, the canton of Aargau. In 2015 he was granted a sabbatical year by the Aargauer Kuratorium, and in summer 2015 he served as Festival Artist at the Boswiler Sommer festival. He successfully directs his own concert series, the Stretta Concerts, in Brugg. 2015 also marked the release of his first CD, on which he performs Ignaz Pleyel’s rarely-heard violin concerto.

Born in 1987, Sebastian Bohren graduated from the High School for the Fine Arts and Sports Rämibühl in Zürich. He completed his training in Zürich, Lucerne, and Munich with Zakhar Bron, Robert Zimansky, Igor Karsko, and Ingolf Turban. He received further instruction from Ana Chumachenco and Hansheinz Schneeberger.

He plays an instrument by G.B. Guadagnini (Parma 1776) from a Swiss private collection.

CONCERTS

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PAST CONCERTS

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CD

International Release: January 11th 2019CD-Trailer

(January 2018)

Reviews
Der neue Merker, December 2018
Der Schweizer Geiger mit dem intensiv wahrhaftigen Ton bietet nicht nur was das Repertoire anlangt, eine ganz persönliche hoch diversifizierte Auswahl an Werken für Violine solo, Kammermusik oder Konzerten, sondern veröffentlicht seine Alben mal digital oder herkömmlich auf CD, der aktuellen Marktlogik Rechnung tragend. So erschien bei Sony die Live-Aufnahme der von Michail Zinman bearbeiteten Violinsonate von Dmitri Shostakovitch vom 27.5.2018 ausschließlich als digital release und ist nur digital via iTunes/Spotify erhältlich. Übrigens eine sehr empfehlenswerte, innovative Aufnahme.

Jetzt sind bei RCA wiederum auf CD zwei Violinkonzerte erschienen, die in dieser Kombination auf dem Tonträgermarkt eine Novität bilden: Das berühmte melodienselige frühromantische Konzert von Mendelssohn in E-Moll, Op. 64 hat Bohren mit dem Violinkonzert des 27-jährigen Benjamin Britten in D-Moll, Op. 15, geschrieben nach der Ankunft im amerikanischen Exil, gekoppelt. Ergänzt wird das Album durch Tschaikovskys Sérénade mélancolique.

Die Programmauswahl ist der künstlerischen Partnerschaft mit dem britischen Royal Liverpool Philharmonic Orchestra unter der Leitung des routinierten Andrew Litton geschuldet. Jedenfalls passen der „Gassenhauer“ Mendelssohn und das leider viel zu selten gespielte Meisterwerk des jungen Britten auch stilistisch gut in eine Schublade, meint Sebastian Bohren: „Die Instrumentierung und die Tonsprache beider Komponisten sind in gewissen Aspekten verwandt. Im Detail beginnen beide Konzerte direkt mit dem Einsatz der Solovioline, die eine Melodie spinnt, sich schnell steigert und nach einer Minikadenz ins Tutti überführt – das hat Britten garantiert bei Mendelssohn abgeschaut.“

Sebastian Bohren kommt, wie er selbst sagt, aus der deutschen Violintradition. Ein voller runder Ton voll himmlischer Sanglichkeit, aber auch expressiver Leidenschaft ist ihm zu eigen, zwar in romantischer Grundierung angedacht, aber immer auf der Suche nach dem Ur-Eigentlichen in der Musik, das über Fragen der Technik, des Bogenstrichs oder des Stils weit hinausgeht. Wanderer in allen Tonlagen mit Blick auf eisige, den freien Seelenflug befeuernde Berge, deren Gipfel er sich in langsamer Eroberung des Pfades annähern möchte, ist Bohren extrem wählerisch, mit welchen Komponisten er eine Partnerschaft eingehen möchte oder nicht.

Mit Britten klappt das extrem gut. Da tut sich ein gegenseitig inspirierender Dialog auf, der dem Zuhörer den Atem nimmt. Als historisch interpretatorisches Vorbild diente ihm die Aufnahme mit Ida Haendel. Besonders in der langsamen finalen Passacaglia ist so viel an Seele, an existentieller Notwendigkeit, selten habe ich solch eine hohe Übereinstimmung von Anspruch mit künstlerischer Einlösung erlebt.

Sebastian Bohren ist ein kompromissloser Künstler, aber konziliant im Umgang, der den Kontakt zum Publikum pflegt, in seinen Konzerten auch mit dem Publikum spricht. Der Probenfanatiker überlässt wenig dem Zufall, sieht die Erarbeitung von technischen Details immer im Dienste einer höheren musikalischen Wirklichkeit. In diesem Sinne ist die Britten Aufnahme seine wahrscheinlich bis dato beste. Leider gibt es bei der Einspielung des Mendelssohn-Konzertes das Handicap einer zu hölzern, charmebefreiten Begleitung. Da sind ihm weder der Dirigent noch das Liverpooler Orchester Partner auf Augenhöhe. Das Feenhafte, duftig Vergängliche wie bei einem Soufflé, den Zauber des Luftigen und das keck Tänzerische vermisse ich hier zumindest partiell doch. Man höre zum Vergleich etwa die alte Abbado Aufnahme mit dem Chicago Symphony Orchestra, um zu erahnen, was diese Musik hergeben kann.

Gesamt: Wegen des fantastisch gespielten Britten-Konzerts eine absolute Empfehlung wert.

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(May 2018)

Reviews
Schweizer Musikzeitung, December 2018
Ein aufwühlendes Psychogramm: Sebastian Bohren und die Zürcher Camerata musizieren Dmitrij Schostakowitschs Sonate für Violine, Streichorchester und Percussion

Von Stefan Pieper

Kaum noch zu bremsen ist die Produktivität des Geigers Sebastian Bohren. Nach eigenem Bekunden strebt dieser danach, sich interpretatorisch einem Stück so anzunähern, dass dieses im Idealfall „so klingt, wie es ist“. Im Falle von Dmitrij Schostakowitschs Sonate opus 134 wird hierfür gerne auch mal der Rahmen ausgeweitet. Ursprünglich für Violine und Klavier gesetzt und dem Geiger Igor Oistrach auf den Leib geschrieben, wurde der Klaviersatz später auf ein großes Streichorchester plus Perkussion übertragen. Ein legitimer Kunstgriff ist dies. Vor allem aber ein Unterfangen, dem sich Sebastian Bohren und die Zürcher Camerata unter der Leitung von Igor Karsko bei einem Konzert in der Stadtkirche von Brugg/Aargau mit beglückender Spiellust hingaben. Davon zeugt der nun vorliegende Livemitschnitt für Sony Classical.
Schostakowitschs opus 134 ist Psychogramm und tönendes Zeitdokument zugleich. Auch im Jahr 1968 lebte Schostakowitsch in einem Klima von Angst und Unterdrückung, stand zudem unter dem Eindruck der gewaltsamen Niederschlagung des Prager Frühlings. In karger Zwölftonreihung geführt, gewährt schon der erste Satz mangels Grundtonart keine emotionalen Zufluchtsräume mehr. Der zweite, schnelle Satz lässt einen gespenstischen Totentanz losbrechen. Der Finalsatz mutet dann wieder wie ein reduziertes Fazit an - mit eigenwilligen Variationen über eine stoische Passacaglia und raffiniert adaptierten barocken Anleihen. Die Ausführender dieser neuen Einspielung eint ein hörbarer Wille zu objektivierenden Klarheit: Sebastian Bohrens Spiel steht in jedem Moment als leuchtender Fixstern im Zentrum des aufnahmetechnisch brillant eingefangenen klanglichen Geschehens. Sein Ton strahlt aus einer inneren Ruhe umso eindringlicher und zeugt von tiefer geistiger Konzentration. Oft kühl und vibratoarm, verdichtet er in den exponierten solistischen Parts einen lakonischen Gestus, beansprucht aber auch in den hitzigsten, virtuosesten Ausbrüchen eine unerschütterliche Souveränität. Die Camerata Zürich schafft mit ihrem schneidend präzisen, zugleich sinnlich atmenden Zusammenspiel die denkbar beste Klangumgebung für dieses verdienstvolle Unterfangen, Schostakowitschs aufwühlendes Spätwerk in ein „verjüngtes“ interpretatorisches Licht zu tauchen.

CD-Trailer

(August 2017)

Reviews
Fanfare Magazine, December 2018
RCA’s booklet quotes violinist Sebastian Bohren’s opinion that his strength lies in “long paragraphs”—in contrast, perhaps, to long strings of finely diced details, which seems to have become an obligatory manner(ism) in performing Bach’s Sonatas and Partitas for Solo Violin. That predisposition seems clear in his reading of the D-Minor Partita’s first movement, which, accordingly, he hasn’t interrupted with lots of micropauses, as pedagogue Carl Flesch seems to have advocated in the second volume of his monumental treatise on the art of violin playing. The second movement sounds refreshing in its forward motion, and the third lighter on account of his disinclination to lay mercilessly into its chords. Almost every measure brings some sort of relief, just when a listener might be flinching in anticipation of a ponderously weighted chord. The Chaconne takes Bohren 13:51: It’s Mamma Bear, neither lickety split, creeping up on some imagined speed record, nor stultifying slow, approaching 19 minutes as some have done, perhaps in an attempt to milk maximum meaning out of individual notes rather than to take advantage of the piece’s cleverly designed architecture (remember, Bohren considers his strength to lie in “overarching structures”). The entire edifice seems to float, perhaps in part due to Bohren’s less aggressive way with the chords and in part due to his self-effacing abnegation of mannerisms that, in a pinch, many seem to substitute for personalization: If no insight seems within reach, do something odd and quirky—and, nowadays, slow. As a result, Bohren’s Second Partita sounds like the fastest on record, although the timings of the movements don’t confirm anything like that. Bach speaks directly here in some of his most profound moments.
In some complete recordings of the Sonatas and Partitas, the Second Partita serves as the center of gravity, while in others, it’s the Third Sonata—more specifically, the Chaconne stands at the center in some complete readings, while in others, it’s the C-Major Fugue. In any case, while the sonata’s first movement can seem leaden, in this reading, at 4:14, it almost floats. Perhaps because of Bohren’s headlong progress through the fugue, he’s able to share with listeners some striking insights into the voice-leading in the expositions, as well as to create irresistible excitement in the episodes. The slow movement flows naturally, and the finale throws off sparks with concerto-like brilliance, as it used to in both recorded and live performances by Nathan Milstein.
The Third Partita may already seem lightweight, but in this setting it seems at home with its discmates. The Preludio takes 3:49, yet it’s not particularly fast (compare that with 3:07 in Milstein’s first set—it’s slower, too, than in Heifetz’s first set and nothing at all like Pablo Sarasate’s frantic 2:47). The speed becomes more obvious in the Loure, which can grow almost static in some performances: It barely touches ground in Bohren’s reading. The two minuets emerge as veritably dance-like, with the Bourrée heady and the Gigue, giddy.
No, this isn’t Milstein (remember that his later set seemed more personal than his first, so there’s room for that in Bohren’s development, too), or even Arthur Grumiaux, but it’s consistently enlightening and completely painless (nothing to make a listeners groan) as well. In an interview sent to reviewers with the recording, Bohren states that he’s light on vibrato and doesn’t seek originality for its own sake. Though he’s obviously familiar with historically informed performance practice, he doesn’t lecture listeners with treatise-like performances. Again, Bohren doesn’t seem to want to interposing any obstacles to musical comprehension or enjoyment. Strongly recommended, if only for that reason, but of course there’s a lot more. And there’s supposedly more of that “a lot more” to come (in a second volume), so be watchful. Robert Maxham

Concerti, September 2018
Voller Wärme und Esprit

Seinem Spiel zu lauschen macht glücklich – und ein wenig wehmütig zugleich: Sebastian Bohren hat Violinsonaten und Partiten von Bach eingespielt

Bach war definitiv nie in Polling. Dennoch hat die bezaubernde Atmosphäre des Bibliotheksaal im oberbayrischen Kloster Polling, das als Pfeiffering in Thomas Manns „Doktor Faustus“ eine zentrale Rolle spielt, den jungen Schweizer Geiger Sebastian Bohren hörbar beflügelt. Dort hat er die Sonaten und Partiten BWV 1004-1006 eingespielt. Sie bezaubern und faszinieren den Hörer vom ersten bis zum letzten Takt: voller Esprit, geistsprühend, voller Wärme und Anteilnahme, spannungsgeladen oder von tiefer Ruhe erfüllt. Dass Bohren diese Meilensteine für jeden Geiger mit technischer Vollendung darbietet, versteht sich dabei von selbst. Seinem Spiel zu lauschen macht glücklich – und ein wenig wehmütig zugleich. „In Richtung Himmel gesungen“ ist der Booklettext überschrieben. Das trifft es genau. Bohren scheint ganz aus sich heraus zu musizieren. Eben diese Individualität braucht es heute, im Zeitalter der allgegenwärtigen Verfügbarkeit jedweder Kunst, mehr denn je.
Sabine Näher

Musik & Theater, September 2018
Bach - ein Kinderspiel

Er ist schon ziemlich erstaunlich, dieser junge Schweizer Geiger Sebastian Bohren. Frei deklamierend, vielseitig in Dynamin und Agogik, mal den tänzerischen Charakter, dann eher wieder die melodische Kraft oder die kontrapunktische Struktur betonend, dabei technisch stets blitzsauber geigt er sich durch Bachs Solo-Kosmos, als wäre es das Leichteste von der Welt.
Reinmar Wagner

Klassik Heute, August 2018
Unter den akustisch idealen Bedingungen der Pollinger Klosterbibliothek hat sich Sebastian Bohren in die stattliche Reihe der Interpreten Bachscher Soloviolinmusik eingefügt und eine Einspielung der Partiten in d-Moll und E-Dur, sowie der Sonate in C-Dur vorgelegt. Zweifellos ist Bohren ein technisch souveräner Geiger. Die Aufnahmen strahlen durchweg den Eindruck aus, dass das, was erklingt, auch so gewollt ist. Niemals wirkt ein Effekt, als sei er zufällig unterlaufen.

Die Darbietung der Allemanda aus der d-Moll-Partita, mit der die CD eröffnet wird, lässt bereits wesentliche Merkmale der Interpretationsweise Bohrens erkennen: Grundlegend spielt er nonlegato und wählt einen Legatovortrag nur für die von Bach ausdrücklich mit Bindebögen versehenen Phrasen. Kontraste werden dezent gesetzt, unter Vermeidung auffälliger Dynamik- und Temposchwankungen, so dass die Musik sich unaufgeregt und stetig vorwärtsbewegt. In dieser gelassenen Lebhaftigkeit der raschen Sätze zeigt sich die Stärke Bohrens. So gelingt ihm das Präludium der E-Dur-Partita, in dem er auch die einkomponierten Echoeffekte nicht vernachlässigt, schlichtweg vortrefflich. Gleiches lässt sich vom Finale der C-Dur-Sonate sagen.
...

Kulturradio RBB, August 2018
Mit den sechs Partiten und Sonaten für Solovioline hat Johann Sebastian Bach zwischen 1715 und 1720 einen Höhepunkt der Geigenliteratur geschaffen. Für sein erstes Soloalbum hat sich Sebastian Bohren die drei letzten Werke aus diesem Zyklus ausgesucht. In diesem "abgerundeten" Programm könne er auch seine beiden Lieblingssätze präsentieren: die C-Dur-Fuge aus BWV 1005 und die Chaconne -"Herzensangelegenheiten" nennt der Geiger diese beiden Sätze.
Bachs berühmte d-moll-Chaconne - Schlusssatz der Partita Nr. 2 - ist ein mehr als zehn Minuten dauerndes Paradestück, das Bohren schon oft im Konzert, aber nun zum ersten Mal auch auf einer CD spielt. Interessanterweise hört man ihn dabei noch auf der Stradivari "King George", die Bohren mittlerweile durch eine Guadagnini-Geige ausgetauscht hat. Das jüngere Instrument - gebaut 1767 - ist auf dem Podium deutlich kräftiger im Ton, die Stradivari darf dafür auf dieser CD noch einmal in allen Cremoneser Klangfarben strahlen.
"In jedem Ton verbergen sich ganz viele Schatzkisten, die man finden muss" - was Sebastian Bohren für sein Geigenspiel allgemein formuliert, gilt für die drei aufgenommenen Werke in ganz besonderem Maße. Es sind Schätze der barocken Polyphonie, die hier allerdings nur auf einem einzigen Instrument ausgeführt wird. Genau die richtige Herausforderung für diesen hervorragenden Geiger, der bei Hansheinz Schneeberger in Basel studiert hat und nicht zufällig Nathan Milstein als sein grosses Vorbild benennt - einer der größten Geiger des 20. Jahrhunderts, der bis heute für seine Aufnahmen der Sonaten und Partiten von Johann Sebastian Bach verehrt wird.

Gramophone, August 2018
This is not ‘period’ solo Bach – the lingering lick of vibrato on the last note of the disc’s opening phrase, from the Allemande of the Second Partita, reveals that in a moment – but neither is it of the old-school kind, big-toned and intense. The Swiss violinist Sebastian Bohren is for the most part sparing with vibrato, preferring to rely on satin-smooth tone, clean texture and a pleasingly loose-limbed, almost nonchalant ease of movement. These can only be achieved with a high level of technical command, and that is certainly what Bohren has; at no point is there any sense of the difficulty of this music, of strain in meeting its daunting challenges to bow and fingers, not even in the Chaconne or the giant Fugue of the Third Sonata. Bohren, it appears, has mastery over them all.

It makes for solo Bach that is uncommonly easy on the ear; and, in faster and more motoric movements such as the Prelude of the Third Partita or the freewheeling final Allegro of the Third Sonata, its nimble precision can be exhilarating. It also allows him to deliver a languid Third Sonata Largo and some light-footed dances in the Third Partita, including a nicely loping Loure. In the Fugue, too, he is able to maintain a lyrical quality in the entries of the chorale-based subject, an objective he identifies in his booklet interview. What he does not do so successfully, however, is address the music’s rhetorical demands; where another player’s phrasing might bend, relax and tauten, Bohren’s is a little unvarying and lacking in imagination, making some of these movements edifices rather than living and breathing creations. That may be enough to send you elsewhere but even so there must be few recordings of these great pieces in which the beauty of the violin-playing can in itself give so much pleasure. Lindsay Kemp

Pizzicato, July 2018
Johann Sebastian Bach – ein Name, der geradezu Ehrfurcht erfordert. Jedes Werk des Thomaskantors scheint ein besonderer Gradmesser für einen Musiker zu sein. So steht es auch um die Solo-Werke für die Violine. Der Schweizer Geiger Sebastian Bohren betrachtet Bachs Musik nicht als unbezwingbaren Berg, als unerreichbaren Matterhorn-Gipfel. Er spielt ganz einfach Bachs Musik, und er spielt mit ihr.

Sebastian Bohren scheut sich nicht davor, die strenge Form aufzubrechen, das Metrum gelegentlich zu vernachlässigen. Er tut dies nicht aus Trotz, aus purem Eigenwillen, er tut es um der Musik wegen. Nur in freier rhetorischer Entfaltung kann Bohren Bachs Musik gerecht werden. Nur so kann er sie von den Fesseln des rein Etüdenhaften befreien und eine ausdrucksstarke Musik gestalten.

Das macht Sebastian Bohren mit sicherem, virtuosem Bogen, mit kräftigem Ton und lyrischen Zwischenrufen. So hält er die Spannung hoch und unterstreicht mit erfrischender Natürlichkeit Bachs höchste Ansprüche an die Interpreten seiner Musik.

"In rhetoric and expressive interpretations, Sebastian Bohren proves a versatile and imaginative Bach performer."

NZZ am Sonntag, July 2018
Wenn ein Musiker nicht mehr zweifelt, soll er schweigen. Dem Schweizer Geiger Sebastian Bohren (*1987) wird das nie im Leben passieren. Er sucht, triumphiert - und verwirft. Nun hat Bohren, der im Sommer beim Lucerne Festival debütiert, eine Solo-Sonate und zwei Partiten von J.S.Bach eingespielt, Werke von Schlichtheit und Perfektion. Bohren spielt sie mit einem sonnenstrahlenden Selbstversändnis. Der Ton ist voll, die Bögen gross. Aber man hört auch das Zweifeln, er scheint sich auch einmal zu verrennen, um bald mächtiger, gelöster zurückzukehren und zu fragen: "Hier könnte ein Weg in den Himmel sein, nicht?" Christian Berzins

Der neue Merker, June 2018
Sebastian Bohren versteinert nicht in schüchterner Schreckstarre vor diesen mythisch-barocken Stücken für Violine solo heran, sondern er genießt sie einfach. Natürlich bewundert der Geiger aus Zürich, was Bach mit so traditionellen Tanzsätzen alles „anstellen kann“ und wie ökonomisch er dabei die kompositorische Feder führte.

Der Musikfreund wiederum ist verblüfft, wie unbeschwert mutig und dennoch wissend Sebastian Bohren diese Eiger Nordwand der Sololiteratur für Violine erklimmt, sie umwirbt, sie ausleuchtet. Mit stets fein ziseliertem Ton, aber doch kraftvoll geführtem Bogen webt Bohren seine eigene Marke in die unendlichen Mäander der Bachschen Partiten, scheint über einen unendlichen Atem zu verfügen und bleibt doch der Musiker zum Anfassen, der den Boden unter seinen Füßen „Himmel und Hölle“ vorzieht. Das streng unerbittliche Metrum, das blau sterile kosmische Vergehen in der Musik sind seine Sache nicht. Sebastian Bohren ist viel zu sehr Vollblutmusiker, um nicht auch als Interpret in die Fußstapfen des Meisters aus Eisenach schlüpfen zu wollen. Überhaupt ist es die wie improvisiert wirkende Kreatürlichkeit des Geigers, die fasziniert. Bohren braucht für seinen Bach keine Noten, die Partituren kennt er von Kindesbeinen an auswendig.

Bohren schwärmt in einem Filmtrailer zur CD, die auf seiner Website abrufbar ist, von idealen Verhältnissen des musikalischen Inhalts bei Bach. Trotz aller Freiheiten eines kreativen Geists weiß Bohren um die Proportionen der Musik, die Balance in der dynamischen Abmischung, den goldenen Ariadnefaden durch die vielen, vielen kleinen Noten. Die Form bleibt final jedoch stets nur der architektonische Rahmen, in der Ausdruck und persönliches Erleben sich musikantisch manifestieren können. Ein Ereignis!

Der erste Versuch mit Bach solo ist geglückt, mögen weitere – auch auf Tonträger – folgen.

Dr. Ingobert Waltenberger

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REVIEWS

NZZ Neue Zürcher Zeitung, November 2018

Der Geiger Sebastian Bohren und der Cellist Christoph Croisé brillieren beim Musikkollegium Winterthur im Doppelkonzert von Johannes Brahms. Schon bei ihren ersten Einsätzen stacheln sie sich gegenseitig an. Jede Note ist erfüllt mit Ausdruck. Damit stecken Bohren und Croisé das Orchester schnell an. Höchst emotional stürzen sie sich in die dicht geführten Passagen dieses Konzert-Unikums von Brahms, ohne dabei zu dick aufzutragen oder sich zu pastoser Schwere verleiten zu lassen. Man spürt: Beide leben die Musik mit dem ganzen Körper, nichts wirkt hier aufgesetzt.read complete text

Symbiotisches Doppelspiel

Der Geiger Sebastian Bohren und der Cellist Christoph Croisé brillieren beim Musikkollegium Winterthur im Doppelkonzert von Johannes Brahms. Dabei gibt es im Stadthaus ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten.

Der warme Ton des Cellos trägt die eher spitze Klanggebung der Geige. Doch so unterschiedlich ihr Klang ist, so wunderbar harmonisch entsteht eine Symbiose der beiden Instrumente, wenn sie zusammen musizieren. Das Doppelkonzert von Johannes Brahms erfordert von den beiden Solisten nämlich nicht nur Virtuosität auf ihrem Instrument, sondern oftmals kammermusikalische Sensibilität in der Interaktion. Dem Geiger Sebastian Bohren gelingt das zusammen mit dem Cellisten Christoph Croisé und dem Musikkollegium Winterthur jetzt auf beachtliche Weise.

Schon bei ihren ersten Einsätzen stacheln sie sich gegenseitig an. Jede Note ist erfüllt mit Ausdruck. Damit stecken Bohren und Croisé das Orchester schnell an. Höchst emotional stürzen sie sich in die dicht geführten Passagen dieses Konzert-Unikums von Brahms, ohne dabei zu dick aufzutragen oder sich zu pastoser Schwere verleiten zu lassen. Besonders im ersten Satz des Doppelkonzerts überzeugen die jungen Solisten mit ihrem ernsten Enthusiasmus, aber auch mit kokettierendem Humor. Der 24 Jahre junge Christoph Croisé atmet das Pathos der Komposition förmlich vor jedem Einsatz ein, und Sebastian Bohren treibt es nach und nach die Schweissperlen auf die Stirn. Man spürt: Beide leben die Musik mit dem ganzen Körper, nichts wirkt hier aufgesetzt.

AZ Medien, September 2018

Einspringer erweist sich als Glücksbringer im Stadttheater Anstelle der erkrankten Geigerin Patricia Kopatchinskaja übernimmt Sebastian Bohren kurzfristig – und landet im Stadttheater Olten einen Grosserfolg. Bohren spielt fern von jeglichem Einspringer-Lampenfieber, wunderbar gelöst und spielerisch-heiter. Sein Ton leuchtet und strahlt facettenreich; er ist verführerisch, aber nie süsslich, geschweige denn glatt. Die Noblesse von Bohrens Spiel erweist sich vor allem in der Partnerschaft mit einem Dirigenten und einem Orchester, die auf jede noch so kleine Schattierung oder Temporückung des Solisten eingehen. Kurzum: Das ist ein Miteinander, das nicht zuletzt auch davon erzählt, wie eine (erhoffte) Fortsetzung klingen würde – aufregend. (KOB, Heinz Holliger, Olten)read complete text

Einspringer erweist sich als Glücksbringer im Stadttheater

Anstelle der erkrankten Geigerin Patricia Kopatchinskaja übernimmt Sebastian Bohren kurzfristig – und landet im Stadttheater Olten einen Grosserfolg.

Die Musikinsel Rheinau ist eine Idylle, wo man ungestört proben kann. Doch hin und wieder ergreift die Realität Besitz von der Oase. Beispielsweise dann, wenn um 15 Uhr das Smartphone des Schweizer Geigers Sebastian Bohren klingelt. Ob er einspringen könne für die plötzlich erkrankte Solistin Patricia Kopatchinskaja? Wohlverstanden am selben Tag.

Nach kurzer Bedenkzeit macht sich Bohren auf den Weg – nach Olten, ins Stadttheater, wo das Konzert um 19.30 Uhr beginnen wird. Somit bleibt kaum Zeit, um mit dem Kammerorchester Basel und dem Dirigenten Heinz Holliger anstelle von Mozarts Violinkonzert Nr. 4 (mit Kopatchinskaja) Franz Schuberts Rondo in A-Dur zu proben. Aber, wird Bohren später auf dem Podium lächelnd bekennen: Einmal gemeinsam mit Heinz Holliger musizieren – das sei schon immer ein Lebensziel gewesen.

Bohrens Schubert-Interpretation gewinnt noch etwas mehr an Gewicht; vor allem, wenn man an die langsame, ausdrucksstarke Einleitung denkt. Sie ist das Eingangsportal zum Rondo-Satz, in dem zwei rhythmisch prägnante Motive einen Rundtanz von Ohrwurmqualität bilden. Bohren spielt das fern von jeglichem Einspringer-Lampenfieber, wunderbar gelöst und spielerisch-heiter.

Sein Ton leuchtet und strahlt facettenreich; er ist verführerisch, aber nie süsslich, geschweige denn glatt. Die Noblesse von Bohrens Spiel erweist sich vor allem in der Partnerschaft mit einem Dirigenten und einem Orchester, die auf jede noch so kleine Schattierung oder Temporückung des Solisten eingehen. Kurzum: Das ist ein Miteinander, das nicht zuletzt auch davon erzählt, wie eine (erhoffte) Fortsetzung klingen würde – aufregend.

Neue Zürcher Zeitung NZZ, June 2018

Schostakowitsch schafft Klippen. Sebastian Bohren bewältigt sie meisterlich Die Camerata Zürich hat nicht nur originelle Programme versprochen. Sie hält sich auch daran, wie ein Konzert in der Aula der Zürcher Universität zeigt. Der Star des Abends ist ein junger Geiger. Verglichen mit diesem heiteren Frühwerk beschwört Schostakowitsch in seiner späten Violinsonate op. 134 eine düstere Welt. Das für Geige und Klavier geschriebene Werk wurde von Michail Zinman für Solovioline, Streichorchester und Schlagzeug bearbeitet. Hier schlägt nun die Stunde von Sebastian Bohren. Der 31-jährige Geiger zeigt für dieses sperrige Alterswerk eine erstaunliche Reife und eine Gestaltungskraft, die aufhorchen lässt. Der erste Satz der Violinsonate ist von Ernst und einer schwer fasslichen Disparatheit gekennzeichnet. Im zweiten Satz ist grosse Virtuosität gefordert, aber sie hat nichts Brillantes, sondern etwas sehr Verbissenes an sich. Die grösste Herausforderung stellt der dritte Satz dar; es sind Variationen über ein Passacaglia-Thema, deren Charaktervielfalt vom Spröden bis zum Grossspurigen reicht. Bohren bewältigt alle diese Klippen meisterlich, und auch das Streichorchester und der Perkussionist lassen sich von seinem Eifer anstecken.read complete text

«Schweizer Künstler und originelle Programme, die nicht von anderen Veranstaltern angeboten werden» – so charakterisierte Thomas Demenga, der künstlerische Leiter der Camerata Zürich, in einem NZZ-Interview das künstlerische Profil seines Orchesters. Auf das fünfte Konzert der laufenden Saison, die im Zeichen des sechzigjährigen Bestehens der Camerata steht, trifft diese Charakterisierung in besonderer Weise zu.

Mit dem jungen Gespann des Winterthurer Geigers Sebastian Bohren und der Zürcher Komponistin Stephanie Haensler war das Schweizerische prominent vertreten. Und die Wiedergabe zweier Werke von Dmitri Schostakowitsch, die dieser so gar nicht komponiert hat, tat dem Originalitätsanspruch mehr als Genüge.

Von Bach inspiriert

Die 24 Präludien op. 34 hat Schostakowitsch für Klavier solo geschrieben, und er lehnt sich darin deutlich an Bachs «Wohltemperiertes Klavier» an. Der Russe Grigory Korchmar hat 1990 eine Bearbeitung für Streichorchester vorgenommen. Sie schält die Eigenheiten dieser Charakterstücke vielleicht noch deutlicher heraus als die Klavierfassung. Unter der Leitung von Konzertmeister Igor Karsko interpretieren die sechzehn Musikerinnen und Musiker der Camerata nur eine Auswahl der Präludien. Da hört man einen leichten Walzer, einen rastlosen Galopp oder ein glühendes Notturno, und alles ist so profiliert gespielt, dass man Appetit auf den ganzen Zyklus bekommt.

Verglichen mit diesem heiteren Frühwerk beschwört Schostakowitsch in seiner späten Violinsonate op. 134 eine düstere Welt. Das für Geige und Klavier geschriebene Werk wurde von Michail Zinman für Solovioline, Streichorchester und Schlagzeug bearbeitet. Hier schlägt nun die Stunde von Sebastian Bohren.

Der 31-jährige Geiger zeigt für dieses sperrige Alterswerk eine erstaunliche Reife und eine Gestaltungskraft, die aufhorchen lässt. Der erste Satz der Violinsonate ist von Ernst und einer schwer fasslichen Disparatheit gekennzeichnet. Im zweiten Satz ist grosse Virtuosität gefordert, aber sie hat nichts Brillantes, sondern etwas sehr Verbissenes an sich. Die grösste Herausforderung stellt der dritte Satz dar; es sind Variationen über ein Passacaglia-Thema, deren Charaktervielfalt vom Spröden bis zum Grossspurigen reicht. Bohren bewältigt alle diese Klippen meisterlich, und auch das Streichorchester und der Perkussionist lassen sich von seinem Eifer anstecken.

Stephanie Haenslers «durch streifen» für Streichorchester dauert –das war die Vorgabe – nur fünf Minuten. Es handelt sich um ein Auftragswerk der Camerata Zürich aus Anlass ihres 60. Geburtstages. Die Uraufführung in der Aula der Universität lässt als Höreindruck eine Musik erstehen, die man als wuchernd und verschlungen charakterisieren kann. Die Komponistin erklärt den Titel ihres Stücks mit der Vorstellung eines Spazierganges durch eine Naturlandschaft. Eine dominierende Rolle nehmen drei Cellostimmen ein, die bald solistisch hervortreten, bald vom Streichertutti umfangen werden. Die Spaziergänger in der Natur?

Überraschende Paukenwirbel

Mit den drei Celli bezieht sich Haensler auch auf das zuvor erklungene Tripelkonzert des Finnen Olli Mustonen. Bei diesem Werk sind es drei Violinen, die den Solopart unter sich aufteilen. In durchaus barocker Manier wetteifern hier Sebastian Bohren, Igor Karsko und Pascal Druey in brillanter Manier miteinander. Der Komponist hat sich hörbar von Bachs Brandenburgischen Konzerten inspirieren lassen. Am weitesten von dem neobarocken Modell entfernt sich der langsame dritte Satz, dem ein immer wieder unterbrochener Streichersatz und überraschende Paukenwirbel ein originelles Gepräge geben.

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